Kaiserslautern für Teilnahme am Fußverkehrs-Check ausgewählt

Kaiserslautern für Teilnahme am Fußverkehrs-Check ausgewählt

Veröffentlicht am: 20. März 2025Kategorien: Top News

Kaiserslautern. In Rheinland-Pfalz werden in diesem Jahr in zehn Städten und Gemeinden die Bedingungen für den Fußverkehr im Rahmen des sogenannten Fußverkehrs-Checks untersucht. Beim Deutschen Fußverkehrskongresses in Mainz am Dienstag, 11. März, gab Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, nun bekannt, dass auch Kaiserslautern für die Teilnahme an dem kostenlosen Angebot des Landes ausgewählt wurde. Petra Dick-Walther, Staatssekretärin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, überreichte die Teilnahme-Urkunde an Vertreter des städtischen Referats Stadtentwicklung.

In diesem Jahr unterstützt das Land Rheinland-Pfalz erstmals professionelle Fußverkehrs-Checks in den Kommunen, die unter dem Motto „Schritt für Schritt zu attraktiven Ortszentren“ stehen. Die von einer Fachjury ausgewählten Kommunen bilden einen Querschnitt durch das Land Rheinland-Pfalz, es sind größere Städte wie auch kleinere Gemeinden dabei. Insgesamt hatten sich 23 Kommunen beworben.

„Dass Kaiserslautern den Fußverkehrs-Check wahrnehmen kann, ist für uns eine willkommene Gelegenheit, die Bedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger in unserer Stadt auf den Prüfstand zu stellen und weiter zu fördern“, freut sich Oberbürgermeisterin Beate Kimmel über das Angebot. Zudem wirkten sich gute Bedingungen für den Fußverkehr auch auf andere Bereiche aus, wie zum Beispiel auf den Einzelhandel, die Gastronomie und nicht zuletzt die Lebensqualität.

In die Bewerbung um den Fußverkehrs-Check waren die Abteilung Verkehrsplanung des Referats Stadtentwicklung, das Referat Tiefbau, die Straßenverkehrsbehörde, der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen sowie die KL.digital GmbH miteingebunden. Der Check soll die Bedeutung des Fußverkehrs stärker hervorheben, aber auch die Interessen und Bedürfnisse der Fußgängerinnen und Fußgänger in den Fokus rücken. Darüber hinaus stärkt er die Bürgerbeteiligung. Das Fachbüro Planersocietät unterstützt die Kommunen während der Fußverkehrs-Checks, das Land übernimmt die Kosten.

Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen des Fußverkehrs-Checks gemeinsam mit Politik und Verwaltung die Qualität der Fußwege beurteilen. Bei zwei gemeinsamen Begehungen werden Probleme angesprochen und direkt vor Ort Vorschläge für mögliche Lösungen diskutiert. In einem ersten Workshop werden Routen und Themen der Begehung festgelegt, in einem zweiten Workshop abschließend Lösungswege vertieft und die weiteren Schritte besprochen. „Die enge Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Fußverkehrs-Check ist uns sehr wichtig und wird sicherlich zum Erfolg und zur Nachhaltigkeit der Aktion beitragen. Wir werden uns mit dem Fachbüro abstimmen und anschließend zum Auftakt-Workshop einladen, der voraussichtlich nach Ostern stattfinden wird“, skizziert die Oberbürgermeisterin die nächsten Schritte. Die Begehungen seien für den Sommer 2025 geplant.

Kaiserslautern möchte mithilfe des Fußverkehrs-Checks den hohen Fußverkehrsanteil im Binnenverkehr (38,4 Prozent) noch stärker fördern. Regelmäßig werden zwar Einzelmaßnahmen umgesetzt, aber es gibt noch kein übergreifendes Konzept. Im Mobilitätsplan Klima+ 2030 sind hinsichtlich des Fußverkehrs bereits mehrere Ziele beschlossen. Dazu gehört die Gewährleistung angemessener Gehwegbreiten sowie von Barrierefreiheit und von inklusiver Verkehrssicherheit, die Schließung von Lücken im Fußwegenetz und die Verkürzung von Wartezeiten an Ampeln samt Blindensignalisierung. Eine Besonderheit in Kaiserslautern ist die App „KL Navi“, die eine individualisierbare Routenplanung ermöglicht – insbesondere auch für Menschen mit Beeinträchtigungen – und damit die (Fuß-)Mobilität verbessert.

Die Stadtverwaltung wird nun konkretisieren, wo genau der Fußverkehrs-Check stattfinden wird. Geplant ist, nicht die Stadtmitte, sondern ein Stadtteil- oder Ortsteilzentrum genauer zu betrachtet. Dadurch soll das Zu-Fuß-Gehen vor allem in Ortsteilen mit Nahversorgung attraktiver und somit auch die Ortsteilzentren selbst gestärkt werden. „Der Fußverkehrs-Check wird dazu beitragen, die Zentren der Ortsteile für die Zukunft zu rüsten“, so Oberbürgermeisterin Kimmel. „Wir sehen den Fußverkehrs-Check aber auch als Initialzündung für Projekte und Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet.“ Denn die Ansätze und Ideen sind möglicherweise auch auf andere Stadtteile Kaiserslauterns übertragbar.

(Text: Pressestelle Stadt Kaiserslautern/hv/cb; Foto: MWVLW-RLP/Jannik Frank)

 

Die letzten Artikel

Recht auf Reparatur: Das ändert sich jetzt im Reklamationsalltag

7. August 2026|HVMITTE, HVSUEW, Mittelrhein, Pfalz, Recht, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News, Trier|

Seit dem 31. Juli 2026 gilt das neue Reparaturrecht. Verkündet wurde das Umsetzungsgesetz am 22. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt. Für einen Teil der Händler entsteht eine echte Herstellerpflicht, für praktisch alle anderen ändert sich das Gewährleistungsrecht im Verbrauchergeschäft. Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2024/1799 um und ändert das BGB an mehreren Stellen. Zwei Regelungsblöcke sind zu unterscheiden. Nur wer beide kennt, weiß, wie stark er betroffen ist. Block 1: Neues Gewährleistungsrecht für Verbraucherverkäufe Diese Änderungen betreffen jeden Händler, der Waren an Verbraucher verkauft, unabhängig von der Warengruppe. Sie gelten für Kaufverträge, die ab dem 31. Juli 2026 geschlossen wurden. Reparierbarkeit zählt

Arbeitsmarkt Westpfalz: Mehr Arbeitslose, aber auch mehr offene Stellen

6. August 2026|Pfalz, Rheinland-Pfalz, Top News|

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im Juli 2026 gestiegen. 19.805 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessanter ist die andere Zahl: Die Zahl der offenen Stellen wächst deutlich. Der Anstieg um 727 Personen gegenüber Juni folgt dem üblichen Sommermuster. Junge Menschen finden nach Schule oder Ausbildung nicht direkt eine Stelle, Zeitverträge laufen zum Quartalsende aus, vor den Sommerferien wird gekündigt. Entsprechend stark fällt der Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen aus, deren Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent kletterte. Für Betriebe, die Personal suchen, ist die Lage besser als im Vorjahr.

Inflation in Rheinland-Pfalz zieht im Juli deutlich an

5. August 2026|Rheinland-Pfalz, Top News|

Die Preise steigen wieder schneller. Die Inflationsrate in Rheinland-Pfalz lag im Juli 2026 bei 3,1 Prozent. Im Juni waren es noch 2,4 Prozent. Hauptgrund ist der Wegfall des Tankrabatts. Was teurer wurde Kraftstoff +28,9 % Heizöl +29 % Möhren +27,9 % Gurken +26,8 % Schokolade & Riegel +8,8 % Gemüse insgesamt +4,7 % Zucker, Marmelade, Honig +3,9 % Der Haupttreiber: Energie. Mit dem Wegfall des Tankrabatts stiegen die Kraftstoffpreise binnen eines Monats von plus 8,9 auf plus 28,9 Prozent im Jahresvergleich. Was günstiger wurde Butter –26,9 % Speisefette & -öle –12,6 % Strom –4,9 % Molkereiprodukte & Eier –3,8 % Bekleidung

Nach oben