150 Jahre Firmengeschichte in der Südpfalz
Lagerhallen in Hochstadt
Adam Theis GmbH: Vom Gemüsehändler zum Frische-Partner der Gastronomie
Die Adam Theis GmbH aus Hochstadt feierte 2025 ihr 150-jähriges Bestehen. Aus einem kleinen Gemüsehändler entwickelte sich in eineinhalb Jahrhunderten ein moderner Frische-Partner der Gastronomie.
Gegründet wurde das Unternehmen 1875 von Georg Simon Theis, der zunächst mit Karotten und Zwiebeln aus Hochstadt und den umliegenden Dörfern handelte. In den späten 1950er-Jahren begann die Aufbereitung und Verpackung von Karotten. Ab den 1960er-Jahren lieferten Landwirte aus einem Umkreis von bis zu 40 Kilometern ihr Gemüse nach Hochstadt. Gleichzeitig wuchs der Kundenkreis: Neben Wochenmarkthändlern belieferte das Unternehmen Großhändler auf den Märkten in Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Kaiserslautern und Saarbrücken.
1962 errichteten die Väter der heutigen Geschäftsführer am Standort „Edesheimer Weg“ die ersten Lagerhallen. Parallel dazu stieg das Unternehmen in den Import von Frischgemüse ein. Ein bedeutender Meilenstein folgte 1986 mit dem Ausbau der Belieferung des Lebensmitteleinzelhandels, insbesondere für Aldi. Investitionen in vollautomatisierte Packstationen und Flowpack-Anlagen stärkten die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig.
Seit 1986 gehört Werner Theis der Geschäftsführung an, die später durch Peter und Andreas Theis ergänzt wurde. Heute wird das Familienunternehmen in fünfter Generation geführt. Zur Stärkung des internationalen Geschäfts eröffnete die Adam Theis GmbH 2001 ein Büro in Italien.
Andreas Theis (Ein- und Verkauf) im Lager
Strategiewechsel zur Gastronomie
Ab 2010 verlagerte das Unternehmen seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Gastronomie. Heute zählen über 1.000 gastronomische Betriebe zum Kundenstamm. Im selben Jahr wurde die Adam Theis GmbH Partner des Landes Rheinland-Pfalz im europäischen Schulprogramm. 2012 entstand ein Schneidebetrieb für küchenfertige Produkte, 2015 folgte ein neues Gastro-Lager, 2016 die Erweiterung der Fresh-Cut-Produktionsflächen. Aktuell beliefert das Unternehmen mehr als 2.000 Kitas und Schulen in Rheinland-Pfalz sowie im Saarland mit Obstkisten und Milch.
Werner Theis (Geschäftsleitung) am Schreibtisch
Digitalisierung, Diversifizierung und Nachhaltigkeit
Die Corona-Pandemie ab 2020 beschleunigte die Einführung neuer Vertriebswege. Mit einem Drive-in-Markt und einem Online-Shop öffnete sich das Unternehmen erstmals auch für Privatkunden. Heute nutzen über 3.500 Kundinnen und Kunden im Umkreis von 80 Kilometern das digitale Angebot.
2022 wurde das Portfolio durch die Übernahme der Feinkostmarke „Hemmer“ sowie den Aufbau der Eigenmarke „Adams Salatküche“ erweitert. 2024 entstand ein Carport mit Photovoltaikanlage für 100 Mitarbeiterparkplätze. Aufgrund steigenden Platzbedarfs wurde das Gastro-Lager 2025 erweitert. Ab 2026 erreicht das Unternehmen mit Photovoltaikanlagen auf allen Betriebsgebäuden eine Strom-Eigenerzeugung von 730 kWp.
Otto Theis (Betriebsleiter) mit dem Elektro-LKW
Unternehmergeist mit regionalen Wurzeln
Aus einem kleinen Gemüsehändler ist ein modernes Unternehmen gewachsen, das die südpfälzische Landwirtschaft mit Gastronomie, Einzelhandel und privaten Haushalten in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Hessen verbindet.
Frische, Qualität und Zuverlässigkeit prägen seit jeher die Unternehmenswerte. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern sowie faire und partnerschaftliche Beziehungen zu Kunden und Lieferanten bilden das Fundament des Erfolgs. Nachhaltigkeit gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung – sichtbar in erneuerbaren Energien, effizienten Prozessen und dem Fokus auf regionale Produkte.
Gleichzeitig bleibt die Adam Theis GmbH ein familiengeführter Betrieb mit langfristiger Perspektive und Verantwortung für seine Belegschaft. Heute beschäftigt das Unternehmen über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 20 Nationen und erwirtschaftet mit einem Warenumschlag von 30.000 Tonnen rund 58 Millionen Euro Jahresumsatz. So verbindet sich wirtschaftlicher Erfolg mit werteorientierter Unternehmensführung. Neben sechs Familienmitgliedern der fünften Generation arbeitet nun schon das erste der sechsten im Betrieb. Fest verwurzelt in der Pfalz steht der Kurs des Unternehmens auf Wachstum, auch im 151. Jahr seines Bestehens. So werden Erfolgsgeschichten geschrieben – Glückwunsch! 💐
(Text: Adam Theis GmbH & Pressestelle Handelsverband Südwest/uh; Fotos: Adam Theis GmbH)
Die letzten Artikel
Fußverkehrs-Check Speyer: Stadt lädt Bürger und Handel zu zwei Begehungen ein
Speyer. Wie sicher, komfortabel und barrierefrei sind die Wege für Fußgänger in Speyer? Dieser Frage geht die Stadt im Rahmen des Fußverkehrs-Checks 2026 nach. Bei zwei öffentlichen Begehungen am 22. und 24. Juni können Bürger ihre Erfahrungen und Hinweise direkt einbringen. Anmeldung bis 18. Juni. Gut zu Fuß, gut für den Handel Speyer gehört zu den zehn Kommunen in Rheinland-Pfalz, die in diesem Jahr am Fußverkehrs-Check des Landes teilnehmen. Das Programm steht unter dem Motto „Gut zu Fuß in meiner Stadt“ und wird vollständig vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau im Rahmen des Schwerpunkts „Innenstädte der Zukunft“ finanziert. Den
Juwelier Lehmann in Landau: 135 Jahre Tradition und Leidenschaft für Schmuck und Uhren
Seit 1891 steht der Name Lehmann für Goldschmiedekunst und feinen Schmuck – heute führt Vera Lehmann das Traditionshaus in Landau bereits in vierter Generation. Die Geschichte von Juwelier Lehmann beginnt im Mai 1891, als Goldschmiedemeister Hermann Lehmann in der Langestraße in Waldkirch im Breisgau ein Schmuck- und Uhrenfachgeschäft mit eigener Goldschmiedewerkstatt eröffnet. Was als bescheidener Laden für Schmuck, Uhren und Goldarbeiten begann, legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Familiengeschichte, die bis heute andauert. In den frühen 1930er Jahren übernahm Artur Fritz Lehmann, Neffe des Gründers und selbst gelernter Goldschmied, gemeinsam mit seiner Ehefrau Auguste das Geschäft. Artur Fritz hatte seine Gesellenprüfung
FOC Montabaur: Koblenz verzichtet auf Klage gegen die Erweiterung
Bild: Großer Markt in Montabaur Das Factory Outlet Center in Montabaur darf seine Verkaufsfläche von 10.000 auf knapp 20.000 Quadratmeter verdoppeln. Die Stadt Koblenz hat sich nach jahrelangem Widerstand nun entschieden, nicht gegen den Bebauungsplan zu klagen. Die Erfolgsaussichten seien zu gering. Für den Einzelhandel in der Region bleibt damit eine zentrale Frage offen: Wer schützt die Innenstädte vor immer größeren Vorhaben auf der grünen Wiese? Was ist passiert? Der Koblenzer Stadtrat hat Ende Mai 2026 mehrheitlich beschlossen, auf eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan für die FOC-Erweiterung zu verzichten. Nur die Fraktionen von CDU und Freien Wählern stimmten für eine Klage.




