Einzelhandel macht Innenstädte sicher – aber Leerstände gefährden den Fortschritt

Einzelhandel macht Innenstädte sicher – aber Leerstände gefährden den Fortschritt

Veröffentlicht am: 26. März 2026Kategorien: HVMITTE, HVSUEW, Mitglieder, Mittelrhein, Pfalz, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News, Trier

Eine neue HDE-Studie zeigt: 78 Prozent der Menschen fühlen sich in deutschen Innenstädten sicher. Der Einzelhandel ist dabei der wichtigste Stabilitätsfaktor. Doch ein Fünftel der Bevölkerung fühlt sich unsicher, und Leerstände verstärken das Problem massiv.

Was die Studie sagt

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist eindeutig: 78 Prozent der Befragten fühlen sich in deutschen Innenstädten sicher. Besonders auffällig: Einzelhandelsgeschäfte sind die sichersten Orte überhaupt, 90 Prozent der Befragten empfinden das so. Gastronomie folgt mit 89 Prozent, Einkaufszentren mit 84 Prozent.

Die Studie wurde im Januar 2026 von essentiq durchgeführt. Befragt wurden 2.038 Menschen zwischen 16 und 93 Jahren.

Wo es hakt

Die guten Werte täuschen nicht darüber hinweg, dass echte Probleme existieren. Ein Fünftel der Befragten fühlt sich in der Innenstadt insgesamt unsicher. Öffentliche Räume wie Parks, Grünflächen und Parkhäuser schneiden dabei besonders schlecht ab.

Der größte Unsicherheitsfaktor sind Leerstände:

  • 73 Prozent sagen, Leerstände senken ihr Sicherheitsgefühl.
  • 68 Prozent beschreiben diesen Einfluss als stark bis sehr stark negativ.
  • 27 Prozent geben an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl in den letzten zwölf Monaten verschlechtert hat.

Auch ein heruntergekommenes Stadtbild und Vandalismus wirken negativ. Diese Faktoren lassen sich nicht ignorieren.

Was HDE-Präsident von Preen fordert

Alexander von Preen, Präsident des HDE, macht keinen Hehl daraus, was er von der Politik erwartet.

Leerstände schneller füllen oder erst gar nicht entstehen lassen. Kommunen sollen leerstehende Flächen im Rahmen von Zwischenvermietungen als Innovationsmotoren nutzen.

Eine Gründungsoffensive für den Einzelhandel mit konkreten Maßnahmen:

  • Mietzuschüsse und Förderungen bei der Gründung
  • Unterstützung bei Geschäftseinrichtung, Kassensystemen und digitalem Warenwirtschaftssystem
  • Förderung von Marketingmaßnahmen
  • Laufende Schulungen in Betriebsführung und Marketing

Bessere Rahmenbedingungen auf allen Ebenen: Bundesregierung und EU sollen die Energiekosten senken. Die Stromsteuer soll endlich für alle reduziert werden.

Fazit

Der Einzelhandel leistet mehr als Umsatz. Er schafft Sicherheit, Frequenz und Aufenthaltsqualität. Die Politik muss diese Funktion stärker anerkennen und konkrete Rahmenbedingungen schaffen. Leerstände abbauen, Gründungen fördern, Energiekosten senken: Das sind keine abstrakten Forderungen, sondern direkte Hebel für lebendige Stadtzentren.

Mehr Daten und Hintergründe zur Studie findest du hier.

(Text: Handelsverband Deutschland – HDE/hv/ks; Bild: Handelsverband Deutschland – HDE)

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