Arbeitsmarkt Westpfalz: Mehr Arbeitslose, aber auch mehr offene Stellen
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im Juli 2026 gestiegen. 19.805 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessanter ist die andere Zahl: Die Zahl der offenen Stellen wächst deutlich.
Der Anstieg um 727 Personen gegenüber Juni folgt dem üblichen Sommermuster. Junge Menschen finden nach Schule oder Ausbildung nicht direkt eine Stelle, Zeitverträge laufen zum Quartalsende aus, vor den Sommerferien wird gekündigt. Entsprechend stark fällt der Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen aus, deren Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent kletterte.
Für Betriebe, die Personal suchen, ist die Lage besser als im Vorjahr. Die Unternehmen meldeten im Juli 893 neue Stellen, 315 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt sind 4.475 offene Stellen im Bestand, ein Plus von 7,4 Prozent. Der Handel ist dabei der Wirtschaftszweig mit den meisten gemeldeten Stellen.
Peter Weißler, Leiter der für die Westpfalz zuständigen Agentur für Arbeit:
„Im Vergleich zum letzten Monat aber auch im Vergleich zum Juli des letzten Jahres wurden der Agentur für Arbeit wieder mehr offene Stellen gemeldet.“
Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III ist binnen eines Jahres um 6 Prozent gestiegen, während sie in der Grundsicherung um 1,3 Prozent zurückging. Das bedeutet, dass mehr Menschen direkt aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos werden. Für Händler, die einstellen wollen, heißt das aber auch: Es kommen mehr Bewerber mit Berufserfahrung auf den Markt.
Die Regionen im Überblick
In allen sieben Gebietskörperschaften stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber Juni. Die Spannweite bei den Quoten ist erheblich:
- Stadt Pirmasens: 12,2 Prozent
- Stadt Kaiserslautern: 9,7 Prozent
- Stadt Zweibrücken: 7,7 Prozent
- Donnersbergkreis: 6,1 Prozent
- Landkreis Kaiserslautern: 5,6 Prozent
- Landkreis Kusel: 5,6 Prozent
- Landkreis Südwestpfalz: 5,0 Prozent
Im Vorjahresvergleich fällt allein Pirmasens positiv aus der Reihe, dort sind 82 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr.
Ausbildungsmarkt bleibt eng
Im Berufsberatungsjahr 2025/2026 waren im Juli 2.646 Bewerber gemeldet, 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Ausbildungsstellen sank um 8,5 Prozent auf 2.279. Wer noch Azubis sucht, konkurriert also um einen kleineren Bewerberpool als im Vorjahr.
Die Bundesagentur weist allerdings selbst darauf hin, dass es im laufenden Jahr bundesweit zu einer Überzeichnung kam, weil ein großer Arbeitgeber aus dem Einzelhandel Stellenangebote nicht korrekt übermittelt hat. Der Vorjahresvergleich ist deshalb nur eingeschränkt belastbar.
(Text/Quelle: Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens Juli 2026/hv/ks; Bild: Agentur für Arbeit)
Die letzten Artikel
„Handel trifft Politik“ – Händlertreffen vor der Bundestagswahl 2025
Handel und Politik. Der Handelsverband Südwest bietet Kandidaten verschiedener Parteien die Möglichkeit direkt mit Händlern zwanglos in den Austausch zu gehen. Bundestagswahl 2025: Händlertreffen vor der Wahl Bald ist es soweit: Am 23. Februar wird ein neuer Bundestag gewählt und damit über die zentralen politischen Weichenstellungen für die Zukunft unseres Landes entschieden. Vor der Wahl bietet der Handelsverband Südwest Händlern die Gelegenheit ihre zentralen Forderungen an den neu zu wählenden Bundestag und die kommende Bundesregierung zu äußern. Mit der Aktion möchte der Handelsverband Südwest Handel und Politik zusammenbringen und ganz offen über die aktuelle Situation der Handelsunternehmen sprechen. Der Handel
Postkarten-Aktion: Ihre Anliegen an die Politik
Zeit zum Handeln/Postkarten-Aktion. Der Handelsverband Deutschland (HDE) lädt Händlerinnen und Händler aus ganz Deutschland ein, Ihre Anliegen an den neu zu wählenden Bundestag und die kommende Bundesregierung mitzuteilen. Auf der Kampagnenwebsite besteht die Möglichkeit, über ein Online-Formular eine virtuelle Postkarte zu generieren. Die Postkarten werden vom HDE gesammelt auf einer virtuellen Pinnwand auf der Kampagnenwebsite veröffentlicht und in Richtung Politik getragen. Mit der Aktion möchte der Handelsverband Deutschland nicht nur gegenüber der Politik, sondern auch gegenüber den Mitgliedsunternehmen verdeutlichen, dass HDE und Handelsverbandsorganisation das Sprachrohr der Branche sind und ihre Anliegen, Wünsche und Anregungen in Richtung Politik transportieren. Damit die
Neuer Fitness-Check unterstützt bei mehr Nachhaltigkeit im Handel
Berlin. Das Mittelstand-Digital Zentrum Handel veröffentlicht seinen neuen Fitness-Check Nachhaltigkeit. Der digitale Check unterstützt Händlerinnen und Händler dabei, einen Überblick über die steigenden Anforderungen an mittelständische Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit zu erhalten und entsprechende Maßnahmen herauszufinden. Wie kann der mittelständische Handel nachhaltiger werden? Die Anforderungen an Unternehmen, einen größeren Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit zu legen, kommen aus diversen Richtungen: Durch politische Rahmenbedingungen mit zugehörigen Gesetzen und Richtlinien ebenso wie durch die eigene Kundschaft. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen der Handelsbranche ist es daher essenziell, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Doch wie lassen sich Prozesse nachhaltiger gestalten? Wie können Ressourcen

