Arbeitsmarkt Westpfalz: Handel bleibt gefragteste Branche für offene Stellen
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im August 2026 leicht gesunken. 19.634 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt unverändert bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessant: Die Branche meldet erneut die meisten offenen Stellen im gesamten Bezirk.
Der Rückgang um 171 Personen gegenüber Juli (-0,9 Prozent) fällt in die saisonal übliche Herbstbelebung nach den Sommerferien. Peter Weißler, Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, ordnet die Entwicklung ein:
„Trotz aller Herausforderungen am Arbeitsmarkt beobachten wir nach den Sommerferien eine saisonal übliche Herbstbelebung. Es gab in den vergangenen Wochen wieder mehr Neueinstellungen in den Unternehmen als noch in der Urlaubs- und Ferienzeit, was auch mit dem Start in Ausbildung bzw. Studium und damit ins Berufsleben einhergeht.“
Im Vorjahresvergleich zeigt sich der Arbeitsmarkt nahezu unverändert: 11 Personen bzw. 0,1 Prozent mehr als im August 2025.
Handel weiterhin Nummer eins bei offenen Stellen
Für Betriebe auf Personalsuche liefert der aktuelle Report ein klares Signal: Unter den Branchen mit den meisten gemeldeten offenen Stellen führt der Handel weiterhin vor „Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“, „Verarbeitendes Gewerbe“ und „Gesundheits- und Sozialwesen“. Insgesamt waren im August 4.468 Stellen im Bestand der Arbeitsagentur gemeldet, ein Minus von 7 Stellen bzw. 0,2 Prozent gegenüber Juli, aber ein deutliches Plus von 543 Stellen bzw. 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Beim Zugang neuer Stellen zeigt sich dagegen die übliche Sommerdelle: Im August wurden 625 neue Stellen gemeldet, 268 weniger als im Juli (-30 Prozent) und 169 weniger als vor einem Jahr (-21,3 Prozent). Weißler sieht die Region dennoch weiterhin gut aufgestellt:
„Unsere Region bietet weiterhin Chancen für alle, die eine neue Anstellung suchen. Die westpfälzischen Betriebe sind trotz der bekannten Unsicherheiten weiter auf der Suche nach Fachkräften. Über alle Branchen hinweg sind der Arbeitsagentur wieder fast 4.500 offene Stellen angezeigt.“
Zweiter Blick: Rechtskreise entwickeln sich weiter auseinander
Das im Juli beschriebene Muster setzt sich fort: Die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) liegt mit 8.520 Personen um 2,2 Prozent über dem Vorjahreswert, während sie im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) mit 11.114 Personen um 1,5 Prozent darunter liegt. Für Betriebe, die einstellen wollen, bedeutet das weiterhin: Es kommen mehr Bewerber mit unmittelbarer Berufserfahrung auf den Markt, da mehr Menschen direkt aus Beschäftigung heraus arbeitslos werden als noch vor einem Jahr.
Die Regionen im Überblick
Die Entwicklung verläuft nicht überall gleich. Während die Arbeitslosigkeit in fünf der sieben Gebietskörperschaften gegenüber Juli sank, stieg sie in zwei Regionen leicht an:
- Stadt Pirmasens: 12,2 Prozent (Arbeitslosigkeit gestiegen)
- Stadt Kaiserslautern: 9,6 Prozent
- Stadt Zweibrücken: 7,6 Prozent
- Landkreis Donnersbergkreis: 6,0 Prozent
- Landkreis Kaiserslautern: 5,6 Prozent
- Landkreis Kusel: 5,6 Prozent (Arbeitslosigkeit gestiegen)
- Landkreis Südwestpfalz: 4,9 Prozent
Im Landkreis Kusel liegt die Arbeitslosigkeit sogar 5 Prozent über dem Vorjahreswert und damit deutlich über der Entwicklung in den übrigen Gebietskörperschaften. Die Stadt Pirmasens bleibt trotz eines leichten Anstiegs gegenüber Juli mit 12,2 Prozent die Region mit der höchsten Quote im Bezirk.
Ausbildungsmarkt bleibt eng
Im Berufsberatungsjahr 2025/2026 waren im August 2.707 Bewerber gemeldet, 8,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sank um 8,0 Prozent auf 2.333. Wer aktuell noch Azubis sucht, konkurriert damit weiterhin um einen kleineren Bewerberpool als im Vorjahr.
Die Bundesagentur weist darauf hin, dass die gemeldeten betrieblichen Berufsausbildungsstellen im laufenden Berichtsjahr bundesweit überzeichnet sind – schätzungsweise bis zu 7.500 Stellen. Eine genaue Quantifizierung ist nicht möglich, der Vorjahresvergleich bei den Stellenzahlen ist deshalb nur eingeschränkt belastbar.
(Text/Quelle: Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens August 2026/hv/ks; Bild: Agentur für Arbeit)
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