Bürokratieabbau durch Bürgerbeteiligung: Neues Portal sammelt Verbesserungsvorschläge

Bürokratieabbau durch Bürgerbeteiligung: Neues Portal sammelt Verbesserungsvorschläge

Wer kennt es nicht: Man steht im Amt, braucht drei verschiedene Formulare für einen simplen Antrag, und am Ende fehlt trotzdem noch eine Unterschrift. Oder man will ein Unternehmen gründen und verzweifelt an einem Dschungel aus Vorschriften, die niemand so richtig versteht. Genau hier will die Bundesregierung jetzt ansetzen – und zwar mit Hilfe derer, die den Bürokratie-Irrsinn täglich am eigenen Leib erfahren.

Seit Mitte Dezember ist das Portal „EinfachMachen“ online. Die Idee dahinter ist eigentlich simpel: Wer auf unnötige Hürden stößt, soll das melden können. Egal ob Privatperson, Firmenchef oder Verwaltungsmitarbeiter – jeder kann dort schildern, wo es hakt und wie es besser laufen könnte. So etwas gab es auf Bundesebene bisher noch nicht.

Das Ganze ist Teil der sogenannten Modernisierungsagenda, mit der die Regierung die Verwaltung endlich ins 21. Jahrhundert hieven will. Und mal ehrlich: Es wird auch Zeit. Während man anderswo längst seine Steuererklärung per App macht, wartet man hierzulande manchmal noch auf Behördenbriefe per Post.

Melden statt Aufregen

Die Bedienung soll denkbar einfach sein: Sieben Klicks, und schon ist die Meldung raus. Man beschreibt das Problem, schlägt eine Lösung vor, fertig. Die Meldungen werden dann sortiert und ausgewertet – in der Hoffnung, dass daraus konkrete Verbesserungen werden.

Das Portal ist unter einfach-machen.gov.de schon jetzt erreichbar, allerdings noch als Beta-Version. Das bedeutet: Es wird weiter daran gearbeitet. Ab nächstem Jahr soll das System ausgebaut werden, unter anderem mit KI-Unterstützung bei der Auswertung. Natürlich alles unter Einhaltung der Datenschutzregeln – immerhin geht es hier um eine Behörde. Weitere Informationen zur Initiative gibt es hier.

Umsetzung ist entscheidend

Federführend ist das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, mit im Boot sind auch das Wirtschafts- und das Arbeitsministerium. Gerade die Wirtschaft drängt ja seit Jahren auf weniger Bürokratie. Jetzt haben Unternehmer, Selbstständige und Verbände die Chance, konkret zu sagen, wo der Schuh drückt.

Die Frage ist nur: Was passiert dann? Ein Portal ist ja schön und gut, aber wenn die Vorschläge nachher in irgendeiner Schublade verschwinden, hat niemand was davon. Entscheidend wird sein, ob die Regierung die Meldungen ernst nimmt und auch wirklich etwas ändert. Schnell und spürbar. Denn am Ende zählt nicht, wie viele Meldungen eingehen, sondern wie viele überflüssige Formulare am Ende tatsächlich verschwinden.

(Text: hv/ks; Bild: AdobeStock_466060212)

Die letzten Artikel

Mainzer Quartiere zeigen Profil: Neues Branding für die Innenstadt

4. September 2026|Rheinhessen, Top News|

Sechs Mainzer Quartiere erhalten ein eigenes visuelles Profil: Mit einem neuen Branding will das Mainzer Citymanagement die unterschiedlichen Charaktere der Innenstadt sichtbar machen. Markt, Altstadt, Schillerplatz oder Neustadt: Die Mainzer Innenstadt besteht aus Quartieren mit ganz unterschiedlichen Atmosphären, Angeboten und Qualitäten. Genau diese individuellen Charaktere möchte das Mainzer Citymanagement künftig stärker sichtbar und erlebbar machen. Mit einem neuen Branding für die sechs Quartiere Bahnhof, Markt, Altstadt, Citymeile, Schillerplatz und Neustadt erhält jeder Bereich nun ein eigenes visuelles Profil, verbunden durch eine gemeinsame Gestaltung. Sechs Quartiere, sechs Charaktere Für das neue Erscheinungsbild wurden Logos im Stil von Briefmarken entwickelt. Sie bilden einen

Heimat shoppen 2026: Alzey lädt zur Aktionswoche vom 5. bis 12. September

1. September 2026|Events, Rheinhessen, Top News|

Vom 5. bis 12. September 2026 laden 39 Geschäfte in Alzey im Rahmen der bundesweiten Initiative „Heimat shoppen“ dazu ein, den Einkauf vor Ort neu zu entdecken. Organisiert wird die Aktion von der IHK für Rheinhessen gemeinsam mit dem Verkehrsverein Alzey und der Stadt. Im Mittelpunkt steht erneut ein großes Gewinnspiel des Verkehrsvereins Alzey. Händler zeigen mit besonderen Aktionen, persönlicher Beratung und individueller Atmosphäre, was den Einkauf vor Ort so besonders macht. „Alzey hat einen vielfältigen, oft inhabergeführten Handel“, sagt Dr. Florian Steidl, Geschäftsführer der IHK Rheinhessen. „Mit dem gemeinsamen Engagement der Unternehmen möchten wir die Menschen einladen, ihre Innenstadt bewusst

Arbeitsmarkt Westpfalz: Handel bleibt gefragteste Branche für offene Stellen

31. August 2026|Pfalz, Rheinland-Pfalz, Top News|

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im August 2026 leicht gesunken. 19.634 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt unverändert bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessant: Die Branche meldet erneut die meisten offenen Stellen im gesamten Bezirk. Der Rückgang um 171 Personen gegenüber Juli (-0,9 Prozent) fällt in die saisonal übliche Herbstbelebung nach den Sommerferien. Peter Weißler, Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, ordnet die Entwicklung ein: „Trotz aller Herausforderungen am Arbeitsmarkt beobachten wir nach den Sommerferien eine saisonal übliche Herbstbelebung. Es gab in den vergangenen Wochen wieder mehr Neueinstellungen in den Unternehmen als noch in

Nach oben