Sonntagsöffnung: Handelsverband Südwest fordert sechs frei wählbare Termine

Sonntagsöffnung: Handelsverband Südwest fordert sechs frei wählbare Termine

Veröffentlicht am: 16. Juli 2026Kategorien: HVSUEW, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News

Ob Bäckereien, Konditoreien oder Bibliotheken künftig länger am Sonntag öffnen dürfen, wird derzeit auf Bundesebene diskutiert. Der Handelsverband Südwest nutzt die Debatte, um eine eigene Forderung zu erneuern: Der stationäre Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland soll künftig an sechs Sonntagen im Jahr frei und ohne besonderen Anlass öffnen dürfen.

Warum die aktuelle Regelung nicht ausreicht

Nach den Ladenöffnungsgesetzen in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind Sonntagsöffnungen im Einzelhandel schon heute grundsätzlich möglich, allerdings nur in engem Rahmen: maximal vier Sonntage im Jahr, gebunden an einen besonderen Anlass und mit einer Öffnungszeit von höchstens fünf Stunden. Diese Anlassbindung führt in der Praxis regelmäßig zu Rechtsunsicherheit: Kommunen genehmigen Sonntagsöffnungen, die anschließend durch verwaltungsgerichtliche Verfahren kurzfristig wieder gekippt werden. Für die Händler bedeutet das Planungsunsicherheit bei Personal, Logistik und Werbung, häufig verbunden mit bereits entstandenen Kosten für Marketingmaßnahmen, die dann ins Leere laufen.

Die Position des Handelsverband Südwest

Der Handelsverband Südwest spricht sich für eine klare, unbürokratische Lösung aus:

  • Sechs Sonntage im Jahr, an denen der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland öffnen darf, statt bisher vier
  • Keine Bindung an einen besonderen Anlass wie ein Stadtfest oder eine Messe
  • Freie Wählbarkeit der Termine durch Handel und Kommunen, statt der bisherigen Prüfung von Anlassbezug und Besucherprognose
  • Rechtssicherheit für Kommunen und Händler, um kurzfristige Absagen bereits geplanter Öffnungen zu vermeiden

Damit positionieren wir uns bewusst zwischen einer vollständigen Freigabe aller Sonntage und der bisherigen, stark eingeschränkten Praxis. Einkaufen ist für viele Menschen längst Teil eines gemeinsamen Freizeiterlebnisses geworden, gerade in den Innenstädten. Der Handel soll dieses Bedürfnis planbar und ohne das Risiko kurzfristiger gerichtlicher Absagen bedienen können.

Wer Sonntagsöffnungen nicht mehr an Anlässe knüpft, sondern Handel und Kommunen die Wahl überlässt, schafft die Planungssicherheit, die Innenstädte und Einzelhandel gleichermaßen dringend brauchen.

(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks; Bild: AdobeStock_379139624)

Die letzten Artikel

Stopp Ladendiebstahl: Kostenlose Plakate für Ihr Geschäft

11. August 2026|FDF, HVMITTE, HVSUEW, Mitglieder, Mittelrhein, Pfalz, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News, Trier|

Ladendiebstahl kostet den deutschen Einzelhandel jährlich rund drei Milliarden Euro. Der Handelsverband Deutschland (HDE) stellt jetzt kostenlose Plakate zur Verfügung, mit denen Händler ein sichtbares Zeichen setzen können. Die Zahlen sind bekannt: Allein 2025 wurden bundesweit 357.651 einfache und 25.445 schwere Ladendiebstähle registriert. Die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen des HDE bei über 90 Prozent. Neben der politischen Forderung nach konsequenterer Strafverfolgung setzt der HDE nun auch auf ein niedrigschwelliges Mittel direkt am Verkaufsort: Aufklärungsplakate für die Auslage im Geschäft. Was steckt hinter der Aktion? Unter dem Motto „Stoppt den Ladendiebstahl“ stellt der HDE neun Plakatmotive zum kostenlosen Download bereit. Sie richten

Recht auf Reparatur: Das ändert sich jetzt im Reklamationsalltag

7. August 2026|HVMITTE, HVSUEW, Mittelrhein, Pfalz, Recht, Rheinhessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Top News, Trier|

Seit dem 31. Juli 2026 gilt das neue Reparaturrecht. Verkündet wurde das Umsetzungsgesetz am 22. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt. Für einen Teil der Händler entsteht eine echte Herstellerpflicht, für praktisch alle anderen ändert sich das Gewährleistungsrecht im Verbrauchergeschäft. Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2024/1799 um und ändert das BGB an mehreren Stellen. Zwei Regelungsblöcke sind zu unterscheiden. Nur wer beide kennt, weiß, wie stark er betroffen ist. Block 1: Neues Gewährleistungsrecht für Verbraucherverkäufe Diese Änderungen betreffen jeden Händler, der Waren an Verbraucher verkauft, unabhängig von der Warengruppe. Sie gelten für Kaufverträge, die ab dem 31. Juli 2026 geschlossen wurden. Reparierbarkeit zählt

Arbeitsmarkt Westpfalz: Mehr Arbeitslose, aber auch mehr offene Stellen

6. August 2026|Pfalz, Rheinland-Pfalz, Top News|

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im Juli 2026 gestiegen. 19.805 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessanter ist die andere Zahl: Die Zahl der offenen Stellen wächst deutlich. Der Anstieg um 727 Personen gegenüber Juni folgt dem üblichen Sommermuster. Junge Menschen finden nach Schule oder Ausbildung nicht direkt eine Stelle, Zeitverträge laufen zum Quartalsende aus, vor den Sommerferien wird gekündigt. Entsprechend stark fällt der Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen aus, deren Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent kletterte. Für Betriebe, die Personal suchen, ist die Lage besser als im Vorjahr.

Nach oben