Tracking-Pixel im Newsletter lösen neue Abmahnungen aus
Wer das Öffnungs- und Klickverhalten seiner Newsletterempfänger per Tracking-Pixel auswertet, ohne dafür eine eigene Einwilligung zu haben, riskiert derzeit eine Abmahnung. Händler sollten ihr Versandtool deshalb zeitnah überprüfen.
Dass Newsletter ohne Einwilligung der Empfänger Ärger bringen können, ist im Handel bekannt. Neu ist, woran sich die aktuellen Abmahnungen festmachen. Im Visier stehen die unsichtbaren Tracking-Pixel, die viele Versandtools automatisch in jede Mail einbauen. Über sie lässt sich nachvollziehen, ob und wann ein Empfänger die Nachricht öffnet, auf welchem Gerät er sie liest und welche Links er anklickt. Zur Erfolgsmessung von Kampagnen ist das gängige Praxis, und viele Unternehmen haben sich bisher darauf verlassen, dass ihr berechtigtes Interesse diese Auswertung abdeckt.
Abmahner beanstanden die Auswertung im Hintergrund
Die Schreiben kommen aktuell unter anderem von der Kanzlei Cyfire. Den Versand selbst greifen sie häufig gar nicht an, solange der Unternehmer nachweisen kann, dass sich der Empfänger angemeldet hat. Beanstandet wird, was im Hintergrund passiert, also das Erfassen von IP-Adressen, Öffnungszeitpunkten und Gerätedaten über externe Server. Die Abmahner sehen darin einen eigenen Schritt der Datenverarbeitung, dem die Empfänger extra zustimmen müssen. Fehlt diese Zustimmung, sollen die Unternehmen sich schriftlich verpflichten, das Tracking künftig zu unterlassen, und bei einem erneuten Verstoß eine Vertragsstrafe zahlen. Zusätzlich fordern die Abmahner, dass ihre Kosten erstattet werden, meist geht es dabei um einige hundert Euro.
Ähnlich sehen es die Datenschutzbehörden der Länder. Auch sie halten eine aktive Zustimmung für nötig, sobald beim Öffnen einer Mail Informationen auf dem Endgerät ausgelesen oder gespeichert werden. Rechtsgrundlage dafür ist § 25 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG).
So lässt sich der Newsletter überprüfen
- Einstellungen kontrollieren: Baut die Software standardmäßig Tracking-Pixel ein, und werden Linkklicks nachverfolgt? Ohne gesonderte Einwilligung sollte das Öffnungs- und Klicktracking vollständig abgeschaltet werden, was in vielen Tools direkt in den Einstellungen möglich ist. Eine anonymisierte Auswertung löst das Problem nicht, weil bereits das Laden des Pixels Informationen vom Endgerät abruft.
- Anmeldung erweitern: Wer weiterhin personenbezogen auswerten möchte, braucht bei der Newsletteranmeldung eine eigene, ausdrückliche Einwilligung in die Analyse von Öffnungen und Klicks. Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung reicht nicht. Empfänger, die ablehnen, müssen den Newsletter trotzdem ohne Tracking erhalten. Ein Cookie-Banner auf der Website hilft hier nicht weiter, denn das Tracking beginnt bereits beim Öffnen der Mail.
- Bestandskunden mitdenken: Kunden, die bereits gekauft haben, dürfen Händler unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Newsletteranmeldung per E-Mail bewerben. Wer in diesen Mails Öffnungen und Klicks auswerten will, braucht dafür trotzdem eine eigene Zustimmung. Ein Hinweistext beim Bestellen reicht nicht aus, der Kunde muss aktiv ein zusätzliches Häkchen setzen.
Da sich die aktuellen Abmahnungen gezielt gegen das Tracking richten, lohnt der Blick in die Einstellungen des eigenen Versandtools noch vor der nächsten Kampagne. Wer auf die Auswertung nicht verzichten möchte, kommt um eine angepasste Newsletteranmeldung kaum herum.
(Text: hv/ks; Quelle: onlinehaendler-news.de; Bild: © tonktiti – stock.adobe.com)
Die letzten Artikel
Arbeitsmarkt Westpfalz: Mehr Arbeitslose, aber auch mehr offene Stellen
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens ist im Juli 2026 gestiegen. 19.805 Menschen waren arbeitslos gemeldet, die Quote liegt bei 7,0 Prozent. Für den Handel interessanter ist die andere Zahl: Die Zahl der offenen Stellen wächst deutlich. Der Anstieg um 727 Personen gegenüber Juni folgt dem üblichen Sommermuster. Junge Menschen finden nach Schule oder Ausbildung nicht direkt eine Stelle, Zeitverträge laufen zum Quartalsende aus, vor den Sommerferien wird gekündigt. Entsprechend stark fällt der Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen aus, deren Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent kletterte. Für Betriebe, die Personal suchen, ist die Lage besser als im Vorjahr.
Inflation in Rheinland-Pfalz zieht im Juli deutlich an
Die Preise steigen wieder schneller. Die Inflationsrate in Rheinland-Pfalz lag im Juli 2026 bei 3,1 Prozent. Im Juni waren es noch 2,4 Prozent. Hauptgrund ist der Wegfall des Tankrabatts. Was teurer wurde Kraftstoff +28,9 % Heizöl +29 % Möhren +27,9 % Gurken +26,8 % Schokolade & Riegel +8,8 % Gemüse insgesamt +4,7 % Zucker, Marmelade, Honig +3,9 % Der Haupttreiber: Energie. Mit dem Wegfall des Tankrabatts stiegen die Kraftstoffpreise binnen eines Monats von plus 8,9 auf plus 28,9 Prozent im Jahresvergleich. Was günstiger wurde Butter –26,9 % Speisefette & -öle –12,6 % Strom –4,9 % Molkereiprodukte & Eier –3,8 % Bekleidung
Sommerschlussverkauf: Nur noch wenige Tage, um Lagerbestände zu räumen
Der Sommerschlussverkauf 2026 läuft seit dem 27. Juli und endet regulär am 9. August. Für Händler heißt das: Jetzt ist die letzte Gelegenheit, Sommerware loszuwerden, bevor die Herbstkollektionen ins Haus stehen. Wer noch Restbestände aus der Frühjahrs- und Sommersaison im Lager hat, sollte die verbleibenden Tage nutzen. Nach dem 9. August wird es enger: Die Herbstware drängt in die Regale, und Sommerartikel verlieren mit jeder Woche weiter an Aktualität. Ein paar Anhaltspunkte für die letzten SSV-Tage: • Restposten sichtbar platzieren – Kundschaft sucht in dieser Phase gezielt nach Schnäppchen • Kombiangebote prüfen, um auch schwer verkäufliche Ware mitzunehmen • Rechtzeitig Platz

